Antje und Gernot

Antje und Gernot Kleinlein Portrait
Im Jahr 2013 haben wir den etwas verrückten Schritt gewagt, die ehemalige Gaststätte zur Linde in Dobbrikow zu kaufen. 400 Jahre Familienhistorie der Vorbesitzer, seit Ende des 19. Jahrhunderts Gaststättenbetrieb und das noch bis Herbst 2012. Ein Ort mit großer Historie und damit auch mit einer gewissen Verpflichtung zu einer sinnhaften Weiternutzung.

Das Anwesen war zu diesem Zeitpunkt in einem überschaubar guten Zustand, positiv formuliert. Der Sanierungsaufwand wurde von uns natürlich dramatisch unterschätzt. Etwas was vermutlich den meisten fachfremden Erwerbern solcher Grundstücke passiert.

Wir wussten damals, dass das Haus und Grundstück in der Substanz etwas Besonderes sind – hatten aber nicht den einen Plan, was wir daraus machen. Zu Beginn eher gedacht als ein Ort für junge Berliner Familien, die etwas Landleben schnuppern wollen, wurde unser Haus über Gruppenhaus, Seminarhaus, Ort für Familienfeste zur Hochzeitslocation. Rückblickend der einzig gangbare Weg, um ein so großes Anwesen sanieren und instanthalten zu können.

War 2014 noch von einer großen Vielfalt geprägt, wurden wir spätestens ab 2016 zur Hochzeitslocation. Der sehr positive Punkt dabei ist, dass uns der Umgang mit den Paaren einfach auch sehr viel Spaß macht. Wir bekommen für den ganzen Aufwand, den wir treiben, für die Energie die wir ins Haus und die Betreuung der Gäste stecken, einfach ganz viel positives Feedback zurück.

In 2016 haben wir uns entschieden eine berufliche Trennung vorzunehmen. Gernot betreibt zusammen mit Angelika und Mahmoud das Haus und Antje spezialisiert sich auf freie Trauungen – manchmal bei uns im Haus, aber ganz oft auch in anderen Locations. So sind wir zwar beide in der gleichen Branche aktiv, können aber die berufliche Leidenschaft jeweils für uns selbst voll ausleben.

Gernot ist als Wirtschaftsinformatiker weiterhin Saisonarbeiter und kehrt immer wieder in den alten Job bei neuen Kunden freiberuflich zurück. Nach einem Bürowinter ist erfahrungsgemäß die Motivation in Dobbrikow wieder Neues anzupacken besonders groß! Spätestens im Januar werden Listen mit Vorhaben gepflegt, die dann im Frühjahr umgesetzt werden. Rückschläge wie 2017 im Weinanbau bringen ihn nicht aus der Ruhe. Wenn der Wein nicht in Dobbrikow wächst, müssen wir ihn eben weiter in der Region Saale-Unstrut einkaufen…ein neues Hobbyprojekt zusammen mit einem Freund.

Zusammen haben wir zwei Kinder, die bei eigenen Veranstaltungen im Haus ihre Rolle hinter der Theke ohne Berührungsängste schon gefunden haben.

Ein herzliches Dankeschön an alle Gäste, die wir bisher im Haus hatten. Es ist ein großes Glück für uns alle, dass das was wir tun auf so viel Gegenliebe stößt. Das ist in keiner Weise selbstverständlich und wird für uns immer etwas Besonderes bleiben.

Soziale Verantwortung als Unternehmer: unsere Angestellten werden fair, weit über dem Mindestlohn, entlohnt.

Schon seit 2014 feiern wir jährlich als Dorf Fastnacht bei uns im Haus. Der Überschuss wird für einen guten Zweck im Dorf investiert.

Wie geht’s weiter mit dem Haus am Bauernsee? Wir haben noch ganz viele Ideen, was wie verschönert werden könnte (einige davon kennen wir selbst noch nicht), dazu gibt es natürlich zwangsweise Investitionsbedarf in den kommenden Jahren (Heizung, Dächer und Ersatz wegen Abnutzung). Was aber ganz klar für uns ist…Wachstum ist nicht unser Unternehmenszweck. Es soll so familiär (auch im Umgang mit den Paaren) bleiben wie es jetzt ist!

Angelika

 

Angelika hatte sich schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt initiativ bei uns beworben. Vom Sehen kannten wir uns schon, da eine Frau mit zwei Dalmatinern in Dobbrikow nicht gerade häufig ist.

In unserem ersten Gespräch in 2014 konnten wir in der für uns ungewohnten Rolle als Arbeitsgeber nicht viel versprechen. Zu frisch war alles und zu ungewiss, wie sich alles entwickeln könnte. Angelika hat sich trotzdem mit ganzem Herzen drauf eingelassen und es hat sich alles ganz wunderbar entwickelt.

Auch das manchmal etwas sprunghafte Wesen ihres Arbeitgebers vermag Angelika nicht mehr allzu erschüttern. Alles offenhalten trifft im Team auf Pläne schmieden und führt trotzdem zu guten Kompromissen…und wenn Gernot sich in der kalten Jahreszeit mal wieder im Büro versteckt, übernimmt Angelika mit Mahmoud zusammen den Betrieb und das ganz souverän.

Ihre Verbundenheit mit dem Haus zeigte sich im Februar 2017. Zusammen mit Dirk feierte sie ihre eigene Hochzeit bei uns.

Mahmoud


Mahmoud arbeitet seit Frühjahr 2016 bei uns. Von Idlib in Syrien ging seine lange Reise los. Über das Mittelmeer, ein gekentertes Boot, schwimmen bis zu einer griechischen Insel, in die Türkei, dann nach Hamburg, Schweden und schließlich nach Hennickendorf.

Im Wohnheim hatte sich Mahmoud schon durch eine hohe Einsatzbereitschaft zur Mithilfe ausgezeichnet. Dank der Vermittlung von Angelika und Rita (Heimleitung) fand Mahmoud den Weg zu uns und wohnt mittlerweile auch in einer Dobbrikower WG zusammen mit Berlinern. Der erste echte syrische Dobbrikower!

Mahmoud hatte als Kind einen schwereren Unfall und hat daher große Schwierigkeiten Deutsch zu lernen. Diese Schwäche macht er aber durch Kraft, Motivation und Freundlichkeit mehr als wett. Es ist schlussendlich auch interessant, wie viel Kommunikation dann auch ohne eine gemeinsame Sprache möglich ist.

Die größte Leidenschaft von Mahmoud ist definitiv seine Arbeit. Daneben bilden sich aber mittlerweile Hobbies, wie opulent syrisch kochen und Klamotten kaufen, heraus. Die Achse Berlin-Wuppertal wird häufig genutzt um dort Freunde zu besuchen. Er ist also bei uns angekommen…

Horst

Zur Vervollständigung unseres kleinen Teams kam Ende 2018 ein weiterer Mitarbeiter hinzu. Horst kümmert sich an 1-2 Tagen pro Woche darum, dass das Haus weiter in einem guten Zustand bleibt. Dies ist etwas was ich alleine einfach nicht schaffe…Zudem ist es immer gut eine erfahrene Kraft neben sich zu haben. Horst ist von der Ausbildung her Meister der Landwirtschaft für Schweinezucht.